Diese Woche ist er wieder, der immer noch von den meisten Grand Prix genannte Eurovision Songcontest. Da letztes Jahr ein Russe gewonnen hat findet die Veranstaltung dieses Jahr in Moskau statt. Und die russische Regierung lässt sich diese Chance der Werbung in ganz Europa nicht entgehen. Angeblich hat Ministerpräsident Putin im Vorlauf der Veranstaltung gleich zweimal die Halle inspiziert um sicher zu gehen, dass alles nach seinen Wünschen abläuft. Wie das dann aussieht, konnte man am Dienstag beim ersten Semi-Finale sehen. Nachdem die Leitungen für die Abstimmung geschlossen worden waren, trat der große Chor der Roten Armee auf und sang ein kleines Potpourri, unter anderem mit der russischen Popband t.A.T.u., wobei im Hintergrund ein übergroßer, rosa Panzer und ein Kampfjet aufgebaut wurden. Während also der Chor der Armee singt, in den Paradeuniformen, und somit als Militärs deutlich zu erkennen, werden die Waffen bunt angemalt präsentiert, allein ihre Wirkung verlieren sie damit nicht. Es bleiben Waffen, mit denen Menschen getötet, Kriege geführt werden. Auf einem Wettstreit um das “beste Lied” Europas, der ja eigentlich ein friedlicher sein soll, sollte diese Zurschaustellung militärischer Stärke, auch in rosa, nichts zu suchen haben. Vielleicht sind die Waffen ja auch deshalb auf der Bühne gewesen, um Georgien ein eindeutiges Signal zu geben, denn Georgien trat mit einem antirussischen Lied an “We Don´t Wanna Put In”. Dieses Lied wurde aber von der European Broadcasting Union als zu politisch angesehen, Georgien wurde disqualifiziert und trat auch nicht mit einem umgeschriebenen Text oder neuem Lied wieder an. Im georgische Lied, welches mit “Put In” ein Wortspiel auf Putin vorweist, kommen nachfolgend im Text “to kill” und “to shoot” vor. Ein wohl eindeutiger antirussischer Beitrag der wohl auf den Krieg zwischen Russland und Georgien 2008 zurückzuführen ist.
Hier der Auftritt des Chores: